Tour of Austria. Glocknerkönig! Mühlberger schlägt eiskalt zu
Glocknerkönig! Mühlberger schlägt eiskalt zu
Es war die Etappe, vor der sich das ganze Feld gefürchtet hatte – und ausgerechnet der Mann im Führungstrikot war am Ende der Stärkste. Gregor Mühlberger hat bei der 75. Tour of Austria auch die Königsetappe auf den Großglockner für sich entschieden und damit einen gewaltigen Schritt in Richtung Gesamtsieg gemacht.
Von Bad Kleinkirchheim aus führte die zweite Etappe über 188,8 Kilometer und 2.914 Höhenmeter zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – jenem legendären Anstieg, der schon oft über Sieg und Niederlage bei der Österreich-Rundfahrt entschieden hat. Zunächst rollte das Feld entspannt durch Kärnten, vorbei an Ossiachersee, Afritzersee, Brennsee und Millstättersee, ehe sich eine neunköpfige Spitzengruppe mit den Österreichern Lukas Hatz und Maximilian Schmidbauer lösen konnte. Der Vorsprung wuchs auf beinahe fünf Minuten, schmolz jedoch bis Heiligenblut, am Fuße des Großglockners, wieder auf eine Minute zusammen.
Dann wurde es ernst. Rund 16 Kilometer vor dem Ziel verschärfte das Ineos-Team das Tempo brutal, Mühlberger blieb dabei ganz allein im Windschatten übrig. Die Bergwertung am Kasereck sicherte sich zwar der Brite Paul Double, doch vorne mischten auch Carlos Rodriguez und Routinier Bauke Mollema kräftig mit. Auf den letzten Kilometern zeigte sich dann, wer an diesem Tag die stärksten Beine hatte: Mühlberger attackierte und fuhr solo dem zweiten Etappensieg entgegen.
Nach 4:46:29 Stunden überquerte der 32-Jährige die Ziellinie auf der Franz-Josefs-Höhe mit über einer Minute Vorsprung auf den Briten James Shaw. Kevin Vermaerke, der US-Amerikaner, arbeitete sich im Finish noch auf Rang drei vor. Für Mühlberger bedeutet der Erfolg nicht nur den zweiten Tagessieg in Folge, sondern auch den Titel des “Glocknerkönigs” – zum zweiten Mal nach 2014.
In der Gesamtwertung baute der Niederösterreicher, der für das Nationalteam an den Start geht, seinen Vorsprung auf Vermaerke auf 1:31 Minuten aus. Bester Österreicher hinter Mühlberger ist Philipp Hofbauer auf Platz 13 der Gesamtwertung, knapp vor Riccardo Zoidl.
Trotz der komfortablen Führung gab sich Mühlberger nach dem Rennen zurückhaltend: Er betonte, die Rundfahrt sei erst entschieden, wenn das Feld in Wien über die Ziellinie fahre, und richtete den Fokus bereits auf die kommenden drei Etappen. Am Freitag steht mit der dritten Etappe von Lienz über den Felbertauern nach St. Johann/Alpendorf die nächste Herausforderung an, ehe die Tour am Sonntag vor dem Burgtheater in Wien endet.
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