Tour de France. Sieht der Pogacar aber schlecht aus.
Manchmal denke ich, dass ich es nicht fasse. Unsere Keksperten im TV kennen ja jeden Vereinsmecki aus Deutschland am Streckenrand. Ich weiß es ja. Das Rätselraten ist immer schwer. Da wird dann ein gewisser Herr Pogacar über 3 Stunden zum Schwächler des Tages gemacht.
Zu guter Letzt erkennen die Herrschaften dann im letzten Anstieg, dass bei Pogi ja nun gar nichts mehr geht. Bis der halt mal wieder die anderen Jungs allein fahren läßt und sich den Sieg holt. Der Junge ist halt echt krank. Oder bin ich es?
Radsport heißt ja auch Fahrräder verkaufen. Und ich habe viele tolle Räder am Straßenrand gesehen. Nicht so teuer wie die Wohnmobile, aber immerhin. Da wird ja jedes eingesparte Gramm teuer bezahlt.
Habe mich deshalb mal um die Gewichtsverhältnisse und die Leistungsunterschiede gekümmert. Wenn man in der Sache etwas unterbelichtet ist, so wie ich, frägt man einfach seinen Copiloten.
Der sagt dann, dass immer das Gesamtgewicht zählt. In der Ebene ist es egal. Nur am Berg werden die Kilos entscheidend. Es zählt aber immer das Gesamtgewicht Mensch Maschine. Wer seinen Fettbauch mit hundert Kilo den Berg hochfährt, wird es mit 1 Kilo weniger Fahrrad nicht leichter haben. Jedenfalls nicht viel. Die 6000 Euro fürs neue Fahrrad kann man einfach durch das Weglassen eines Kasten Biers und das eine oder andere Eisbein wunderbar ersetzen. Und wenn ich richtig rechne spart das auch noch einiges.
Und ist es es nicht viel stylischer, wenn man mit seinen alten Vintage Alu Rennrad im Biergarten vorfährt. Die Fahrradindustrie sagt ja was anderes. Aber heute leben auch die alle von den chinesischen Ebikes. Ach ja, die Karbonräder kommen auch alle aus der Gegend.
Kommen wir lieber zum Renngeschehen.
Pogačwirar zeigt in den Vogesen erneut seine Extraklasse
Mulhouse – Le Markstein, 18. Juli 2026. Man muss nicht zwingend in die Alpen oder Pyrenäen fahren, um ein Bergfeuerwerk zu entfachen – das haben die Vogesen auf der 14. Etappe eindrucksvoll bewiesen. Mit rund 3.800 Höhenmetern auf der Strecke von Mulhouse nach Le Markstein bot der Tag alles, was einen großen Bergtag ausmacht: eine früh entstandene Ausreißergruppe, taktische Spielchen der Favoriten und am Ende einen Solo-Antritt von Tadej Pogačar, dem wieder einmal niemand etwas entgegenzusetzen hatte.
Der Tag beginnt mit einem Sprint und einer großen Flucht
Kaum war die Etappe freigegeben, sicherte sich Jasper Philipsen beim Zwischensprint in Wattwiller die Maximalpunktzahl vor Mads Pedersen. Direkt im Anschluss begann der erste große Brocken des Tages, der Grand Ballon. Am steigenden Terrain zündete Richard Carapaz den ersten Angriff, schnell gesellten sich Ben Healy, Marc Hirschi, Valentin Paret-Peintre, Tymen Arensman und Javier Romo dazu. Die Gruppe wuchs rasant an und umfasste am Ende 28 Fahrer, darunter prominente Namen wie Egan Bernal, Kevin Vauquelin, Matteo Jorgenson und Victor Campenaerts – sogar Thomas Pidcock, zu dem Zeitpunkt Gesamtvierter, schloss sich dem Unternehmen an.
Das Feld ließ die Fluchtgruppe zunächst gewähren, sodass der Vorsprung auf über eine Minute anwuchs. Die Bergwertung am Grand Ballon ging im Sprint an Paret-Peintre vor Carapaz – ein Vorgeschmack auf einen Tag, an dem der Franzose eifrig Punkte sammeln sollte.
Paret-Peintre dominiert die Bergwertung, die Spitzengruppe schmilzt
In der Abfahrt schlossen die Halland-Johannessen-Zwillinge sowie Ben Healy zu den führenden Ausreißern auf, während Tymen Arensman nach einem Defekt den Anschluss verlor. Am Ballon d'Alsace (2. Kategorie) sicherte sich erneut Paret-Peintre die Bergpunkte, ehe Einar Rubio von Movistar noch zur Spitze aufschloss.
Rund 75 Kilometer vor dem Ziel lag das verbliebene Sextett knapp zwei Minuten vor der großen Verfolgergruppe um Pidcock und etwa drei Minuten vor dem von UAE Team Emirates – XRG kontrollierten Hauptfeld. Am dritten Anstieg des Tages, dem Col d'Alsace, holte sich Paret-Peintre zum dritten Mal die Bergwertung, während die Verfolger um Pidcock endgültig eingeholt wurden. Die auf rund 40 Fahrer geschrumpfte Favoritengruppe hatte da nur noch zwei Minuten Rückstand auf die Spitze.
Carapaz kämpft allein gegen die Übermacht
Am unkategorisierten Col du Hunsrück verabschiedete sich Ben Healy nach getaner Arbeit für seinen Kapitän Carapaz aus der Spitzengruppe. Kurz vor dem Anstieg zum neu ins Tour-Programm aufgenommenen Col du Haag – gut elf Kilometer lang mit mehr als sieben Prozent Steigung – schälte sich Anders Halland Johannessen aus der Gruppe, nachdem er seinem Zwillingsbruder Tobias lange den Weg bereitet hatte.
Als die Reste der Ausreißergruppe den Col du Haag erreichten, betrug ihr Vorsprung auf die Favoriten nur noch 1:25 Minuten. Carapaz distanzierte in der Folge Stück für Stück seine letzten Begleiter und fuhr ab 14 Kilometern vor dem Ziel als einsamer Solist an der Spitze – mit rund 50 Sekunden Vorsprung auf eine Favoritengruppe, die sich mittlerweile auf Namen wie Pogačar, Isaac del Toro, Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Florian Lipowitz, Juan Ayuso und Paul Seixas reduziert hatte.
Zehn Kilometer vor dem Ziel erhöhte Vingegaard das Tempo an der Spitze dieser Gruppe so deutlich, dass Evenepoel abreißen lassen musste. Acht Kilometer vor Schluss wurden schließlich auch Carapaz und der zwischenzeitlich wieder aufgeschlossene Tobias Halland Johannessen eingeholt – und wenige hundert Meter später kam der Antritt, auf den alle gewartet hatten.
Pogačar lässt niemandem eine Chance
Kurz vor dem Gipfel des letzten Anstiegs zündete Tadej Pogačar den entscheidenden Angriff. Kein Konkurrent konnte folgen, und der Slowene fuhr die letzten sechs flachen Kilometer souverän im Alleingang ins Ziel. Es war bereits sein vierter Etappensieg bei dieser Tour und insgesamt der 25. seiner Karriere – eine beeindruckende Bilanz, die seine Dominanz in diesem Jahr weiter unterstreicht.
Hinter ihm sicherte sich sein Teamkollege Isaac del Toro, gemeinsam mit Paul Seixas, mit 38 Sekunden Rückstand Platz zwei und komplettierte damit den Doppelerfolg für UAE Team Emirates – XRG. Jonas Vingegaard kam 44 Sekunden nach Pogačar ins Ziel, konnte den beiden auf den letzten Metern nicht mehr folgen. Das Red-Bull-Duo Remco Evenepoel und Florian Lipowitz büßte 48 beziehungsweise 50 Sekunden ein – Evenepoel hatte bereits am letzten Anstieg Mühe, der Spitzengruppe zu folgen, konnte sich auf dem flacheren Schlussabschnitt aber noch etwas zurückkämpfen.
Die Gesamtwertung nach der 14. Etappe
Mit diesem Sieg baute Pogačar seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus: Er liegt nun 4:30 Minuten vor Vingegaard. Evenepoel verteidigt knapp Rang drei mit 5:04 Minuten Rückstand vor Seixas. Lipowitz verbesserte sich um einen Platz auf Rang sechs, während Thomas Pidcock, der im Finale keine Rolle mehr spielte, von Position vier auf neun zurückfiel.
In der Nachwuchswertung übernahm Paul Seixas die Führung von Juan Ayuso. Die Bergwertung führt weiterhin Pogačar an, wenngleich Richard Carapaz und Valentin Paret-Peintre mit ihren Ausreißerpunkten kräftig aufgeholt haben. Das Grüne Trikot bleibt derweil fest in der Hand von Mads Pedersen.
Bemerkenswert war auch die Kulisse: Nahe der deutschen Grenze säumten riesige Fanmassen die Straßen der Vogesen – ein Heimspiel-Gefühl für viele deutsche Zuschauer, die den Tross vor der Haustür begrüßen konnten.
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