Tour de France: Carapaz krönt seine Aggressivität mit Solo-Sieg in Orcières-Merlette

 Tour de France: Carapaz krönt seine Aggressivität mit Solo-Sieg in Orcières-Merlette


Am Donnerstag stand mit der 18. Etappe die erste von drei anspruchsvollen Alpenetappen auf dem Programm der Tour de France 2026 – und sie hielt, was sie versprach. Über 185,2 Kilometer von Voiron nach Orcières-Merlette entschied sich am Ende ein Ausreißer das Rennen: Richard Carapaz vom Team EF Education-EasyPost feierte seinen zweiten Tour-Etappensieg.

Ein Tag für die Baroudeure

Von Beginn an war Feuer im Rennen. Bereits früh formierte sich eine große Ausreißergruppe, aus der sich schließlich sechs Fahrer lösten: neben Carapaz und dem Franzosen Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) auch Mauro Schmid, Matteo Jorgenson und Tobias Johannessen. Am siebenkilometerlangen Schlussanstieg zum Ziel wurde es dann hochspannend. Carapaz setzte seine erste Attacke aus dieser Gruppe heraus, wurde aber zunächst wieder eingeholt. Erst rund 3,4 Kilometer vor dem Ziel gelang dem 33-jährigen Ecuadorianer der entscheidende Sprung: Er setzte sich vom Feld der Verfolger ab und fuhr solo zum Sieg – standesgemäß mit erhobenen Armen am Gipfel.

Hinter ihm sicherte sich der Schweizer Mauro Schmid mit 45 Sekunden Rückstand den zweiten Platz, US-Amerikaner Matteo Jorgenson wurde Dritter. Für Schmid war es bereits der zweite zweite Platz binnen 24 Stunden – nachdem er bereits die 13. Etappe gewonnen und auf der 17. nur knapp einen weiteren Sieg verpasst hatte. Paret-Peintre, der lange Zeit mit angriff, kam als Vierter ins Ziel und verpasste damit auch knapp das Bergtrikot.

Pogačar schont Kräfte, UAE gebeutelt

In der Gesamtwertung blieb alles beim Alten: Tadej Pogačar verteidigte das Gelbe Trikot souverän und kam mit der Gruppe der Klassementfahrer rund 4:35 Minuten hinter Carapaz ins Ziel. Sein Team UAE Team Emirates-XRG hatte dagegen einen schwierigen Tag – mehrere Fahrer waren früh angeschlagen, Brandon McNulty musste die Etappe wegen Erschöpfung sogar ganz aufgeben.

Für Carapaz selbst war es ein emotionaler Moment. Nach dem Rennen sagte er, er habe diesen Sieg auch für seine Familie eingefahren. Nach seiner Solofahrt 2024 war es bereits sein zweiter Tour-Etappensieg – und eine Belohnung für seine Kampfeslust, mit der er sich in dieser Tour immer wieder in die Offensive gewagt hatte.

Blick voraus: Alpe d'Huez ruft

Die 18. Etappe war nur der Auftakt zu den entscheidenden Bergtagen. Am Freitag steht mit der Fahrt von Gap nach Alpe d'Huez (127,9 km) die nächste Bergankunft an – dann folgt am Samstag die Königsetappe mit einer zweiten Ankunft am legendären Anstieg, bevor die Tour am Sonntag in Paris ihr Finale findet.

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