Pogačar krönt sich zum fünften Mal – Van der Poel gewinnt in einem dramatischen Finale in Paris

 

Pogačar krönt sich zum fünften Mal – Van der Poel gewinnt in einem dramatischen Finale in Paris


Die 113. Ausgabe der Tour de France ist Geschichte – und sie endete mit einem Paukenschlag, den so niemand erwartet hatte. Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) sicherte sich in Paris seinen fünften Gesamtsieg und zieht damit mit den Rekordhaltern Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleich. Doch die Schlussetappe selbst gehörte nicht dem Gelben Trikot, sondern Mathieu van der Poel, der auf den Champs-Élysées einen Last-Minute-Coup landete.

Ein verkürztes, aber hochdramatisches Finale

Die 21. Etappe stand von Beginn an unter besonderen Vorzeichen: Wegen Waldbränden in der Region wurde der Streckenverlauf verkürzt, die Fahrer starteten in Thoiry statt am ursprünglich geplanten Ort und legten nur noch rund 89 Kilometer bis nach Paris zurück. Trotzdem entwickelte sich auf den drei Runden über den Montmartre eines der spannendsten Schlussetappen-Finals der jüngeren Tour-Geschichte.

Auf dem letzten kurzen Anstieg an der Butte Montmartre attackierten ausgerechnet die beiden großen Protagonisten der letzten Wochen gemeinsam: Tadej Pogačar und Mathieu van der Poel rissen eine entscheidende Lücke zum Feld. Zu zweit kämpften sie sich Richtung Champs-Élysées, während dahinter das Verfolgerfeld mit den schnellen Sprintern immer näher rückte. In den letzten Metern wurde es eng – das Feld holte den Gesamtsieger noch ein, doch van der Poel mobilisierte seine letzten Körner und rettete einen hauchdünnen Vorsprung über die Ziellinie. Es war der erste Etappensieg des Niederländers auf den Champs-Élysées. Zweiter wurde sein Teamkollege Jasper Philipsen, Dritter der Däne Mads Pedersen.

Die Gesamtwertung: Pogačar dominiert erneut

In der Endabrechnung war die Tour 2026 einmal mehr eine Machtdemonstration des Slowenen. Pogačar gewann fünf Etappen, trug 16 Tage lang das Gelbe Trikot und ließ der Konkurrenz am Ende keine Chance. Die Top drei der Gesamtwertung:

  1. Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG)
  2. Remco Evenepoel (Red Bull-Bora), +6:26 Minuten
  3. Isaac del Toro (UAE Team Emirates-XRG)

Del Toro sicherte sich zugleich das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers – ein starkes Signal für die Zukunft des mexikanischen Ausnahmetalents, der damit im selben Team wie Pogačar gleich doppelt für Furore sorgte.

Die weiteren Wertungen: Das Grüne Trikot der Punktewertung ging an Mads Pedersen, das gepunktete Bergtrikot sicherte sich Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), der auch auf der vorletzten Etappe nach Alpe d'Huez vor Evenepoel gewann. Nils Politt begleitete Pogačar bereits zum dritten Mal als wichtige Stütze zum Gesamtsieg – mehr Edelhelfer als Etappenjäger, aber ein zentraler Baustein im Team.

Deutsche Bilanz mit Wermutstropfen

Aus deutscher Sicht bleibt vor allem der Schlüsselbeinbruch von Hoffnungsträger Florian Lipowitz in Erinnerung. Bis zu seinem tourbedingten Ausscheiden lag er auf einem starken fünften Gesamtrang und dürfte 2027 erneut angreifen. Ein deutscher Etappensieg – der erste seit Nils Politts Erfolg 2021 – blieb dagegen erneut aus.

Fazit

Mit seinem fünften Titel schreibt Tadej Pogačar endgültig Radsportgeschichte und reiht sich in die exklusive Riege der größten Tour-Gewinner aller Zeiten ein. Doch das Finale zeigte auch: Selbst in einem von einem Dominator geprägten Rennen kann der letzte Tag noch für echte Überraschungen sorgen. Für Mathieu van der Poel war es der perfekte Schlusspunkt einer Saison, die er zuvor von einer Lungenentzündung ausgebremst gesehen hatte – sein Sieg auf den Champs-Élysées war ein Traum, an den er nach eigenen Worten schon ein Jahr lang gedacht hatte.

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https://www.procyclingstats.com/race/tour-de-france/2026/gc

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