Toro dominiert den Grand Colombier – Seixas kämpft sich blutend zurück

 

Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026, 7. Etappe: Del Toro dominiert den Grand Colombier – Seixas kämpft sich blutend zurück

 

Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026, 7. Etappe: Del Toro dominiert den Grand Colombier – Seixas kämpft sich blutend zurück

La Bridoire – Grand Colombier, 134 km

Es war eine Etappe für die Geschichtsbücher. Der mexikanische Youngster Isaac del Toro (UAE Team Emirates-XRG) krönte sich am Samstag zum Sieger der siebten Etappe der Tour Auvergne-Rhône-Alpes, als er auf dem hors-catégorie-Anstieg zum Grand Colombier zunächst den früh attackierenden Juan Ayuso (Lidl-Trek) stellte und anschließend mit atemberaubender Klasse davonfuhr. Doch der eigentliche Geschichte des Tages schrieb Paul Seixas – mit Blut, Schweiß und schier unfassbarem Willen.

Bereits in den frühen Rennkilometern rissen mehrere Gruppen aus dem Peloton. Das Tempo war hoch, das Feld nervös. Kurz nach einer Rennunterbrechung wegen Schotter auf der Abfahrt – das Rennen wurde vorübergehend neutralisiert – ereignete sich bei Kilometer 38 das Drama: Seixas, bis dato klarer Gesamtfavorit, kam in der Abfahrt zu Fall. Der Franzose von Decathlon CMA CGM lag blutend am Boden, sein Rückstand schwoll auf zeitweise fast vier Minuten an. Das Gelbe Trikot schien verloren, vielleicht sogar die gesamte Rundfahrt.

Was folgte, grenzte ans Übernatürliche. Angetrieben von seinem Edelhelfer Léo Bisiaux und einem unbändigen Siegeswillen kämpfte sich Seixas Meter für Meter zurück ins Geschehen. Die Rennjury sah im Nachhinein von einer Strafe ab, obwohl er dabei zeitweise auch den Windschatten eines Begleitfahrzeugs genutzt hatte . Dass er schließlich mit 1:21 Minuten Rückstand auf del Toro als Sechster ins Ziel kam, war nichts weniger als ein Kraftakt der Extraklasse  und des Windschattenfahrens.

Vorne entfaltete sich unterdessen ein hochwertiger Bergkampf. Sieben Kilometer vor dem Gipfel des Grand Colombier – ein Ungetüm mit 8,4 Kilometern bei über zehn Prozent Durchschnittsgefälle – schoss Ayuso aus der Gruppe. Ein mutiger Zug, wie er später selbst einräumte, letztlich aber einer zu früh. Del Toro ließ den Spanier ziehen, berechnete seinen Moment mit kühler Präzision und schloss bei 1.500 Metern vor dem Ziel wieder auf – um ihn sogleich hinter sich zu lassen. „Ich habe mich schon gestern gut gefühlt, heute wollten wir es probieren”, sagte del Toro lakonisch im Ziel. Ayuso gestand seinen Fehler ein: „Es war eine falsche Entscheidung von mir.”

Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) und Cian Uijtdebroeks (Movistar) kamen zeitgleich mit 38 Sekunden Rückstand als Dritte ins Ziel, Matteo Jorgenson (Visma-Lease a Bike) folgte mit 41 Sekunden Rückstand als Fünfter. Der Australier Luke Tuckwell (Red Bull-Bora-Hansgrohe) rettete das Gelbe Trikot mit einem Rückstand von 2:33 Minuten auf del Toro – ein schmerzhafter, aber ausreichender Verteidigungserfolg.

In der Gesamtwertung steht Tuckwell nun 42 Sekunden vor Jorgenson und 49 Sekunden vor del Toro. Dass ausgerechnet der Mexikaner vor der abschließenden Königsetappe am Plateau de Solaison in der besten Form zu stecken scheint, dürfte dem Australier wenig Schlaf bescheren. Dahinter lauern Ayuso auf 1:06 Minuten, Johannessen auf 1:33 Minuten und das tapfere Schneiderlein auf 1:54 Minuten – die Gesamtentscheidung ist offen wie selten.

Ergebnis 7. Etappe:

  1. Isaac del Toro (UAE Team Emirates-XRG)
  2. Juan Ayuso (Lidl-Trek) +0:24
  3. Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) +0:38
  4. Cian Uijtdebroeks (Movistar) +0:38
  5. Matteo Jorgenson (Visma-Lease a Bike) +0:41
  6. Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team) +1:21

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