Giro d’Italia 26. Etappe 3
SOFIA – Der Vorhang fällt für das bulgarische Abenteuer des Giro d’Italia, und ein Name strahlt heller als die Kuppeln der Alexander-Newski-Kathedrale: Paul Magnier. Der junge Franzose aus dem Team Soudal Quick-Step hat am Sonntag die dritte Etappe von Plovdiv nach Sofia gewonnen und damit seinen zweiten Tagessieg bei dieser „Grande Partenza“ eingefahren.
Es war ein Finale, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Erst 500 Meter vor dem Zielstrich in der bulgarischen Hauptstadt wurde das letzte Aufbegehren der Ausreißer gebrochen. Dann schlug die Stunde der schnellen Männer – und erneut war es Magnier, der den Giganten des Sprints das Hinterrad zeigte.
Frankreich hat nun mit Magnier und Seixas zwei neue Radsportstars. Mal sehen wie man damit klar kommt.
Der Krimi von Sofia: Ausreißer-Pech und Sprint-Könige
Die 175 Kilometer lange Reise von Plovdiv nach Sofia bot alles, was das Radsport-Herz begehrt. Das Trio des Tages, bestehend aus Manuele Tarozzi, Alessandro Tonelli und dem Führenden der Bergwertung, Diego Sevilla, lieferte sich ein verzweifeltes Duell mit dem heranstürmenden Peloton. Über den Borovets-Pass hinweg retteten sie einen knappen Vorsprung, doch die Sprint-Teams – allen voran Lidl-Trek und Unibet Rose Rockets – ließen die Leine nie zu lang.
In den Straßen von Sofia entbrannte schließlich der „Sprint Royal“. Jonathan Milan (Lidl-Trek) eröffnete das Finale früh und wuchtig. Der Italiener sah für einen Moment wie der sichere Sieger aus, doch Magnier, perfekt positioniert im Windschatten, wartete geduldig. Mit einem explosiven Antritt auf den letzten 100 Metern zog der Franzose am sichtlich frustrierten Milan vorbei.
Das Etappenergebnis in Sofia:
| Platz | Fahrer | Team |
| 1. | Paul Magnier | Soudal Quick-Step |
| 2. | Jonathan Milan | Lidl-Trek |
| 3. | Dylan Groenewegen | Unibet Rose Rockets |
| 4. | Madis Mihkels | EF Education-EasyPost |
| 5. | Matteo Malucelli | XDS Astana Team |
Rosa bleibt in uruguayischer Hand
Während Magnier im violetten Trikot des Punktbesten glänzte, verteidigte ein anderer Überraschungsmann seine Führung in der Gesamtwertung. Guillermo Thomas Silva (XDS Astana Team) überstand die hektische Schlussphase schadlos und nimmt das begehrte Maglia Rosa mit über das Ionische Meer nach Italien.
Hinter ihm lauert die Konkurrenz jedoch in Schlagdistanz. Der Deutsche Florian Stork (Tudor Pro Cycling) und Ex-Tour-Sieger Egan Bernal (Netcompany Ineos) liegen nur vier Sekunden zurück.
„Zwei Siege in drei Tagen in Bulgarien – das fühlt sich an wie ein Traum“, jubelte Magnier im Ziel. „Milan und Groenewegen zu schlagen, gibt mir das Gefühl, wirklich zu den Besten der Welt zu gehören.“
Abschied von Bulgarien
Mit der Ankunft in Sofia endet das historische Gastspiel des Giro im Osten Europas. Es war ein Start voller politischer Ambitionen, leidenschaftlicher Fans am Straßenrand und sportlicher Ausrufezeichen. Während die Fahrer nun den Transfer nach Süditalien antreten, bleibt die Erkenntnis: Der Radsport hat in Bulgarien neue Freunde gefunden – und Paul Magnier hat bewiesen, dass die Zukunft des Sprints vielleicht gerade erst begonnen hat.
Am Dienstag geht es in Kalabrien weiter, wenn das Peloton von Catanzaro nach Cosenza rollt. Dann allerdings auf italienischem Asphalt, wo die Kletterer allmählich das Zepter übernehmen dürften.
Florian Storck vom Team Tudor wird die Hoffnung auf rosa noch nicht aufgeben haben. Sein Terrain kommt ja in den nächsten Tagen und er liegt immer noch mit 4 Sekunden Rückstand auf Platz 2. Da sollte noch was gehen.
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