Giro 5. Etappe. Die Stunde des Siegers.
Heute sahen sahen wir mal wieder Radsport, wie man ihn eigentlich nicht sehen möchte. Aber die Hölle der belgischen Rennen hat sich in letzter Zeit in den Süden gewendet. Zahlreiche Stürze auf spiegelnasser Fahrbahn und Kälte in der Höhe. Der Giro zeigte seine Krallen und das in Süditalien. Da wo die Zitronen Blühen. Im Winter. Aber wir haben ja Mai.
Das Finale wurde von zwei Fahrern gemalt. Arrieta von UAE und Eulalio von Bahrain Victorious. Beide legten sich auf den letzten Kilometern auf die Straße. Arrieta hat sich auf den letzten Kilometern dann noch mal verfahren. Doch der Portugiese Eulalio nutzte sein 10 Sekunden Vorsprung nicht aus. Als er auf den letzten 100 Metern wieder eingeholt wurde, wehrte er sich nicht sonderlich und setzte die schon fast vergessene Regel wieder in Kraft, wonach der neue Lieder der Rundfahrt seimem Mitstreiter den Etappensieg überlässt. Ente gut alles gut.
Doch nun wollen wir den Renntag noch einmal geschehen machen.
Praia a Mare – Potenza, 13. Mai 2026
Es war ein Tag der Widrigkeiten, des Kampfgeistes und eines packenden Finales: Die 5. Etappe des 109. Giro d’Italia hat alles geboten, was den großen Radsport ausmacht. Über 203 verregnete Kilometer von Praia a Mare nach Potenza sicherte sich der 24-jährige Spanier Igor Arrieta (UAE Emirates–XRG) den Etappensieg aus der Ausreißergruppe des Tages — und bescherte seinem von schweren Stürzen geplagten Team damit den zweiten Tagessieg in Serie.
Ein Etappenprofil zum Fürchten
Die 203 Kilometer lange Mittelgebirgsetappe hatte mehr als 4000 Höhenmeter im Programm. Nach einem hügeligen Beginn wartete etwa 50 Kilometer vor dem Ziel mit dem Montagna Grande di Viggiano der erste ernsthafte Bergtest: Ein 6,5 Kilometer langer Anstieg mit über neun Prozent Steigung führt in ein Skigebiet. Für die Klassementfahrer war das die erste echte Standortbestimmung der Rundfahrt. Das Rosa Trikot hatte am Dienstag bereits Giulio Ciccone (Lidl-Trek) übernommen — ob sein Team es über dieses schwierige Terrain verteidigen konnte, war von Beginn an fraglich.
Starke Ausreißergruppe, dramatisches Finale
Früh am Tag bildete sich eine 13-köpfige Spitzengruppe, die sich auf regennassen Straßen vom Hauptfeld absetzte. Darin vertreten waren unter anderem Eulalio (Bahrain Victorious), Arrieta und Narvaez (beide UAE-Emirates), Campenaerts (Visma-Lease a Bike), Garofoli (Soudal-Quick-Step) sowie Scaroni und Silva (XDS-Astana).
Im Finale lieferten sich Arrieta und der Portugiese Afonso Eulalio ein dramatisches Duell. Beide stürzten auf den glitschigen Straßen. Eulalio schien den Sieg bereits sicher zu haben, doch Arrieta startete eine beherzte Aufholjagd und zog auf der Zielgerade noch an ihm vorbei. „Ich weiß nicht wirklich, was ich sagen soll. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, er bedeutet mir eine Menge, nachdem wegen der Stürze so viele Teamkollegen heimfahren mussten. Ich habe auch nach meinem Sturz noch an den Sieg geglaubt und wusste, dass ich es bis zum Ende versuchen muss”, sagte der 24-Jährige im Ziel.
Trikot-Wechsel: Eulalio in Rosa
Trotz der Niederlage im Sprint hatte Eulalio allen Grund zur Freude: Mit seinem zweiten Platz übernahm der Portugiese das Rosa Trikot des Gesamtführenden von Ciccone, der im Feld mit mehr als sieben Minuten Rückstand ins Ziel kam. In der Gesamtwertung führt Eulalio nun mit 2:51 Minuten vor Arrieta, Dritter ist Scaroni mit 3:34 Minuten Rückstand. Die Gesamtfavoriten um Vingegaard und Pellizzari kamen als Gruppe ins Ziel und liegen rund siebeneinhalb Minuten zurück.
Ausblick
Morgen wartet auf das Peloton die 6. Etappe von Paestum nach Neapel — ein flaches Terrain, das endlich wieder den Sprintern gehören dürfte.
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