Baskenland: Das „Wunderkind“ enteilt der Konkurrenz

 

Seixas-Gala im 

Seixas-Gala im Baskenland: Das „Wunderkind“ enteilt der Konkurrenz

PAMPLONA / CUEVAS DE MENDUKILO – Es scheint, als hätte der Radsport ein neues Phänomen. Nur 24 Stunden nach seinem überraschenden Sieg beim Auftaktzeitfahren in Bilbao hat der erst 19-jährige Franzose Paul Seixas (Decathlon AG2R La Mondiale) auch die erste schwere Bergetappe der Baskenland-Rundfahrt 2026 dominiert. In einer beeindruckenden Solo-Fahrt ließ er die versammelte Weltklasse stehen und baute seine Führung in der Gesamtwertung massiv aus.


Die Route: Von Pamplona in die Sierra de Aralar

Die 2. Etappe führte das Peloton über 164,1 Kilometer von Pamplona-Iruña hinauf zu den Cuevas de Mendukilo. Während das Profil zu Beginn noch Raum für Ausreißer ließ, war allen klar, dass die Entscheidung am massiven Anstieg nach San Miguel de Aralar fallen würde. Mit einer Länge von 9,5 Kilometern und einer durchschnittlichen Steigung von 7,7 % bot dieser Pass der 1. Kategorie die perfekte Bühne für einen frühen Schlagabtausch der Favoriten.

Der Rennverlauf: Ein 19-Jähriger düpiert die Favoriten

Lange Zeit kontrollierte das Team von Paul Seixas das Tempo, bevor am San Miguel de Aralar das Feuerwerk gezündet wurde. Während etablierte Stars wie Juan Ayuso und Isaac Del Toro (beide UAE Team Emirates) überraschend früh abreißen lassen mussten, attackierte Seixas bereits im steilsten Stück des Anstiegs.

Niemand konnte dem Antritt des jungen Franzosen folgen. Oben am Gipfel, knapp 20 Kilometer vor dem Ziel, hatte er bereits einen Vorsprung von über einer Minute herausgefahren. Diesen baute er auf der technisch anspruchsvollen Abfahrt und dem abschließenden, 3,5 Kilometer langen Schlussanstieg zu den Höhlen von Mendukilo sogar noch weiter aus.

„Ich hatte einfach gute Beine und wollte schauen, was passiert. Dass es so endet, ist wie ein Traum“, kommentierte ein sichtlich entspannter Seixas im Ziel.

Deutsche Hoffnung: Lipowitz behauptet sich auf dem Podium

Aus deutscher Sicht gab es ebenfalls Grund zur Freude: Florian Lipowitz (Red Bull–Bora–Hansgrohe) präsentierte sich in hervorragender Verfassung. Er erreichte das Ziel in der ersten Verfolgergruppe und kletterte in der Gesamtwertung auf den dritten Rang. Sein Teamkollege Primož Roglič, der im Sprint der Verfolger Platz drei belegte, liegt nun auf dem zweiten Gesamtrang, hat aber bereits einen beträchtlichen Rückstand auf das Gelbe Trikot.

Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Sturz des baskischen Lokalmatadors Mikel Landa (Soudal–Quick Step), der das Rennen vorzeitig aufgeben musste.


Ergebnisse der 2. Etappe

PlatzFahrerTeamZeit / Rückstand
1.Paul SeixasDecathlon AG2R La Mondiale4:02:12 h
2.Mattias SkjelmoseLidl–Trek+ 1:25 min
3.Primož RogličRed Bull–Bora–Hansgrohe+ 1:25 min
4.Cian UijtdebroeksTeam Visma | Lease a Bike+ 1:25 min
8.Florian LipowitzRed Bull–Bora–Hansgrohe+ 1:25 min

Stand in der Gesamtwertung (Gelbes Trikot)

  1. Paul Seixas (FRA) – Decathlon AG2R La Mondiale

  2. Primož Roglič (SLO) – Red Bull–Bora–Hansgrohe (+ 1:59 min)

  3. Florian Lipowitz (GER) – Red Bull–Bora–Hansgrohe (+ 2:08 min)


Ausblick auf Etappe 3

Morgen wartet eine klassische „Hilly Stage“ auf die Profis. Über 152,8 Kilometer geht es rund um Basauri. Mit fast 2.900 Höhenmetern und einem giftigen Schlussanstieg (400 Meter mit 8,8 %) ist das Terrain wie gemacht für Puncheure. Es bleibt abzuwarten, ob die Konkurrenz bereits jetzt All-In gehen muss, um den entfesselten Paul Seixas noch einmal in Bedrängnis zu bringen.

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