Tour de la Provence — Dramatisches Finale bei der 10. Ausgabe
Matthew Riccitello (Decathlon CMA CGM) hat die 10. Tour de la Provence für sich entschieden. In einem spannenden Dreitagesspektakel setzte sich der 23‑jährige US‑Fahrer nach einer entschiedenen Bergankunft an der Montagne de Lure durch und verteidigte das Führungstrikot bis ins Ziel. Der Vorsprung im Gesamtklassement betrug am Ende nur vier Sekunden vor Carlos Rodríguez (INEOS Grenadiers).
Kurzer Überblick
Datum: Drei Etappen im Februar 2026 Gesamtsieger: Matthew Riccitello — 12:58:49 Zweiter: Carlos Rodríguez — +0:04 Dritter: Brandon Rivera — +0:20
Etappe 1 — Marseille → Saint‑Victoret: Flucht und frühe Selektion
Die erste Etappe begann hektisch und technisch, mit engen Straßen durch Vororte und einem windanfälligen Küstenabschnitt. Eine kleine Ausreißergruppe setzte sich früh ab und arbeitete gut zusammen; Arnaud Tendon nutzte die Gelegenheit und gewann die Etappe nach einer langen Soloflucht. Das Hauptfeld verlor Zeit, die Gesamtfavoriten hielten sich jedoch zurück und beobachteten einander.
Schlüssel: Windkanten; Teamarbeit der Sprinterteams; frühe Bonussekunden verteilten sich.
Etappe 2 — Hügeliges Hinterland mit Bergankunft: Die Entscheidung
Die zweite Etappe war die Königsetappe: mehrere kurze, steile Rampen führten zur Montagne de Lure. Hier griff Riccitello in der Schlussphase an, löste sich aus einer kleinen Favoritengruppe und erreichte die Bergankunft mit einem knappen Vorsprung. Mit diesem Etappensieg übernahm er das Gesamtklassement.
Schlüssel: Selektive Anstiege; Tempowechsel; präzise Positionierung vor dem letzten Anstieg.
Etappe 3 — Rognac → Arles: Kontrolle und Nervenkitzel bis zum Schluss
Am Schlusstag versuchten mehrere Teams, das Rennen noch einmal aufzumischen. INEOS suchte die Offensive, um Zeit gutzumachen; Decathlon CMA CGM kontrollierte jedoch das Feld geschickt. Axel Laurance gewann die Etappe in Arles aus einer späten Attacke, während Riccitello mit kluger Rennführung und Unterstützung seines Teams die wenigen verbleibenden Gefahren abwehrte und das Gelbe Trikot verteidigte.
Schlüssel: Defensive Teamarbeit; taktische Reaktionen auf letzte Angriffe; Zeitbonifikationen blieben entscheidend.
Taktische Analyse
Decathlon CMA CGM zeigte eine ausgewogene Mischung aus Aggressivität und Kontrolle: Die Mannschaft ermöglichte Riccitello die entscheidende Attacke und stellte anschließend die nötigen Helfer, um Verfolger zu neutralisieren.
INEOS Grenadiers präsentierte Tiefe im Kader: Mit Rodríguez und Rivera hatten sie zwei starke Karten, die das Rennen offenhielten, konnten aber die entscheidende Lücke an der Montagne de Lure nicht ganz schließen.
Schlüssel zum Erfolg waren Positionierung vor den kurzen Anstiegen, das richtige Timing der Attacken und das Management der Bonussekunden. In einem Rennen mit so knappen Zeitabständen entschieden Sekunden und Teamarbeit über Sieg oder Niederlage.
Bedeutung für die Saison
Der knappe Ausgang macht Riccitello zu einem Fahrer, den man in den kommenden Wochen beobachten sollte. Sein Sieg signalisiert frühe Form und Selbstvertrauen; zugleich zeigt das Ergebnis, dass mehrere Teams bereits in guter Verfassung sind. Für Nachwuchsfahrer und ProTeams bot die Veranstaltung eine wertvolle Plattform, um Taktiken zu testen und Formkurven zu prüfen.
Stimmen aus dem Rennen
Teamsprecher Decathlon CMA CGM: Lobte die Disziplin und das Timing des Teams bei der Verteidigung des Trikots. Sportliche Beobachter: Hoben die hohe Qualität des Teilnehmerfelds und die gelungene Streckenwahl hervor, die das Rennen sowohl für Zuschauer als auch für Fahrer attraktiv machte.
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