Der König von Hulst: Mathieu van der Poel krönt sich zum alleinigen Rekordweltmeister

 

Der König von Hulst: Mathieu van der Poel krönt sich zum alleinigen Rekordweltmeister


Es war das Szenario, das sich alle niederländischen Fans erhofft hatten, und doch fühlte es sich gestern in Hulst fast surreal an. Mathieu van der Poel (MvdP) hat es wieder getan: Mit einer Machtdemonstration par excellence sicherte er sich seinen achten Elite-Weltmeistertitel im Cyclocross. Damit bricht er den „ewigen“ Rekord von Erik De Vlaeminck (7 Titel) und steht nun einsam an der Spitze der Radsport-Geschichtsbücher.

Die Solo-Show im „Wohnzimmer“

Von Nervosität war beim Titelverteidiger wenig zu spüren, obwohl der Druck auf heimischem Boden gewaltig war. Nach einem gewohnt kontrollierten Start dauerte es keine zwei Runden, bis Van der Poel ernst machte. Während seine Konkurrenten noch mit den tückischen Schlammpassagen und den neuen Pontons über den Festungsgraben von Hulst kämpften, schaltete MvdP in den „Flugmodus“.

Einmal weg, war er nicht mehr einzuholen. Er spulte seine Runden mit einer Präzision ab, die fast schon maschinenartig wirkte. Am Ende überquerte er die Ziellinie mit einem Vorsprung, der ihm genug Zeit ließ, den Moment mit den Fans ausgiebig zu genießen.

Kampf um das Podium: Die jungen Wilden

Hinter dem entfesselten Weltmeister lieferten sich Tibor Del Grosso und Thibau Nys ein packendes Duell um Silber. Erst in der Schlussrunde konnte der junge Niederländer Del Grosso den Belgier Nys abschütteln, was den niederländischen Doppelsieg perfekt machte.

„Als ich mit dem Radsport anfing, war es mein Traum, einmal Weltmeister zu werden. Dass ich jetzt die meisten Titel aller Zeiten habe, fühlt sich noch immer unglaublich an“, so ein sichtlich bewegter Van der Poel im Ziel-Interview.


Das Ergebnis der Männer Elite (Top 5)

PlatzFahrerLandZeit / Rückstand
1.Mathieu van der PoelNED1:00:25 Std.
2.Tibor Del GrossoNED+ 0:35 Min.
3.Thibau NysBEL+ 0:46 Min.
4.Joris NieuwenhuisNED+ 0:55 Min.
5.Filippo FontanaITA+ 0:55 Min.

Was bringt die Zukunft?

Mit diesem achten Titel hat Van der Poel im Gelände eigentlich alles erreicht, was man erreichen kann. Er beendete die Saison zudem mit einer „perfekten Bilanz“ – jeder Start ein Sieg. Ob wir ihn nächstes Jahr wieder im Schlamm sehen, ließ er gewohnt kryptisch offen: „Wir werden sehen. Jetzt liegt der Fokus erst einmal auf den Frühjahrsklassikern auf der Straße.“

Eines ist jedoch sicher: Der „Mythos MvdP“ ist gestern in Hulst endgültig zementiert worden.

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