Schlamm, Schweiß und Schabernack:
Der große Dendermonde‑Zirkus 2025
Dendermonde hat wieder geliefert. Und zwar nicht nur Schlamm – davon allerdings reichlich –, sondern auch ein Spektakel, das irgendwo zwischen Hochleistungssport, Comedy‑Show und unfreiwilligem Bodenturnen angesiedelt war.
Schon am Morgen roch es nach Weltcup, Waffeln und der leisen Hoffnung, dass wenigstens EIN Fahrer heute nicht wie ein frisch paniertes Schnitzel ins Ziel kommt. Spoiler: Diese Hoffnung starb früh.
Frauenrennen: Brand brennt, Pieterse klebt – und der Schlamm lacht zuletzt
Pünktlich um 13:40 Uhr starteten die Frauen, und Lucinda Brand machte sofort klar, dass sie heute nicht zum Spazierenfahren gekommen war. Während andere noch versuchten, ihre Schuhe vom Boden zu lösen, fuhr Brand bereits so schnell davon, dass man kurz dachte, sie hätte irgendwo einen versteckten Motor.
Puck Pieterse blieb tapfer dran – zumindest so lange, bis der Schlamm beschloss, sie persönlich zu adoptieren. Amandine Fouquenet wiederum fuhr ein Rennen, das aussah wie ein Bewerbungsvideo für „Ninja Warrior: Cyclo‑Cross Edition“.
Am Ende gewann Brand, vermutlich weil sie als Einzige die geheimen Trittsteine kannte.
Männer: Ohne van der Poel – aber mit Chaos‑Garantie
Um 15:10 Uhr gingen die Männer ins Rennen. Ohne Mathieu van der Poel, aber dafür mit Wout van Aert, Thibau Nys und Tibor Del Grosso – also genug Starpower, um eine eigene Boyband zu gründen.
Die ersten Runden sahen aus wie ein Gruppenausflug: alle zusammen, alle freundlich, alle gleich dreckig. Doch dann begann das große Auseinanderbröseln.
Thibau Nys fuhr, als hätte ihm jemand versprochen, dass im Ziel ein frischer Weihnachtsstollen wartet.
Tibor Del Grosso klebte an seinem Hinterrad wie ein übermotivierter Praktikant.
Laurens Sweeck fuhr konstant vorne mit, vermutlich weil er wusste, dass jeder Sturz hier eine archäologische Ausgrabung nach dem eigenen Rad bedeutet.
Das Ergebnis: Nys gewinnt, Del Grosso knapp dahinter, Sweeck auf drei – und alle drei sehen im Ziel aus, als hätten sie gerade eine Schlammpackung im Spa verwechselt.
Die wahren Helden des Tages
Der Schlamm, der heute mehr Fahrer trug als der Sattel.
Die Zuschauer, die sich fragten, ob sie eigentlich ein Radrennen oder eine Live‑Version von „Wetten, dass…? – Wie lange bleibt der Fahrer stehen?“ sehen.
Die Mechaniker, die jetzt vermutlich eine Petition starten, um Dendermonde aus dem Kalender zu streichen.
Fazit: Dendermonde bleibt Dendermonde
Es war laut, es war dreckig, es war herrlich. Ein Weltcup, der wieder einmal bewiesen hat: Cyclo‑Cross ist der einzige Sport, bei dem man gleichzeitig lachen, staunen und Mitleid empfinden kann – oft innerhalb derselben Sekunde.
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